Blick in die Zukunft des Vereins

 

Wie so viele Vereine - sowohl in der Schweiz wie wohl auch europaweit - sieht sich der SVU seit einigen Jahren mit Problemen konfrontiert. Das wohl schwerwiegendste davon ist der Mangel an Nachwuchs, was sich unter Anderem bei der Besetzung von Funktionen im Vorstand bemerkbar macht. Schon mehrmals stand man vor der Situation, dass der eine oder andere Posten zumindest vorübergehend vakant geblieben ist, und schliesslich nur mit Mühe und viel Zureden wieder besetzt werden konnte. Ein funktionsfähiger Vorstand ist aber unabdingbar, soll das Vereinsleben nicht erlahmen oder gänzlich erlöschen.

 

Die Verschärfung der Probleme lässt sich im Weiteren deutlich ablesen am Rückgang der Mitgliederzahl seit Beginn des Jahres 2003. Konnte der Verein Ende 2012 noch die stolze Zahl von 625 Mitgliedern verzeichnen, ging deren Zahl seither kontinuierlich zurück und liegt heute (Stand August 2018) bei nur noch etwa 160 aktiven Mitgliedern.

 

Die Zahlen der letzten Jahre stehen mir zurzeit leider nicht zur Verfügung, denn die Statistik hinsichtlich der Mitgliederzahl habe ich per Ende 2009 letztmals eigenhändig aktualisiert. Für die Jahre von 1993 bis 2009 stellten sich damals die Zahlen wie folgt dar:

 

Entwicklung der Mitgliederzahl von 1993 bis 2009

 
 

Datum   
Mitglieder
31.12.93 200
31.12.94 237
31.12.95 305
31.12.96 314
31.12.97 404
31.12.98 409
31.12.99 514
31.12.00 531
31.12.01 602
31.12.02 625
31.12.03 500
31.12.04 476
31.12.05 491
31.12.06 505
31.12.07 484
31.12.98 490
31.12.09

471

 

 

Einhergehend mit dem Mitgliederschwund kommt noch ein weitaus schwer wiegenderer Faktor hinzu, nämlich die zunehmende Überalterung der Mitgliedschaft. Waren kurz nach der Wende noch relativ viele jüngerere Schweizer im Land meist im Auftrag von CH-Firmen die hierzulande Filialen oder Betriebe gründeten kehrten diese Leute schon nach wenigen Jahren mit Kind und Kegel wieder in die Schweiz zurück, während Ungarn an ihre Stelle traten.

 

Schon vor zirka 8 Jahren war festzustellen, dass das Durchschnittsalter im Verein bei 69 Jahren lag. Heute dürfte es jedoch aufgrund des fehlenden Nachwuchses wohl bereits bei 70 Jahren oder leicht darüber liegen. Zum Grossteil ist dies mit dem Umstand zu begründen, dass sich die Mitgliedschaft in der Mehrzahl aus heimgekehrten Exilungarn rekrutiert, welche nach der Pensionierung also in einem bereits gesetzteren Alter ihren Wohnsitz zurück in die alte Heimat nach Ungarn verlegt haben, während ihre Kinder in den allermeisten Fällen in der Schweiz geblieben sind.

 

Die Gründe der Heimkehrer mögen zum Teil sentimental bedingt sein (Heimweh), ist der Ungar doch traditionell sehr heimatverbunden. Vielfach dürfte jedoch davon auszugehen sein, dass auch handfeste finanzielle Erwägungen beim Entscheidungsprozess mitbeteiligt oder sogar ausschlaggebend waren, denn Tatsache ist, dass es sich mit einer AHV-Rente in Ungarn schlicht und einfach deutlich besser leben lässt als in der Schweiz.

 

Fazit: Die Zukunft des SVU mag in einigen Belangen nicht sehr rosig aussehen, aber solange der Verein es schafft seinen Mitgliedern im richtigen Rahmen ein Stück der alten (oder vorübergehend neuen) Heimat zu vermitteln, hat er ganz klar weiterhin seine Existenzberechtigung.

 

Budakeszi, im April 2019

Heinz W. Jüni